Urologen vor Ort in Ghana - Die Ärzte für Afrika e. V.

Projekt Nr. 05

Eingereicht von Dr. Andreas Hinkel

Teilnehmender Arzt in einem Einsatzteam am St. Joseph's Hospital in Jirapa, Upper West, Ghana

Der Verein „Die Ärzte für Afrika e.V.“ wurde 2007 gegründet, um die medizinische Versorgung im westafrikanischen Ghana zu unterstützen, nachdem mehrere einheimische Urologen bei einem Verkehrsunfall gemeinsam zu Tode gekommen waren.

Aktuell gibt es in Ghana auf knapp 30 Millionen Einwohner etwa 20 Urologen. Auf deutsche Verhältnisse umgesetzt, wäre das so, als wenn die Städte Köln und Düsseldorf von einem einzigen Urologen versorgt werden müssten. Unser Schwerpunkt liegt daher vor allem in der Verbesserung der so dringend benötigten urologischen Versorgung.

Neben den urologisch-operativen Einsätzen in 6 Diözesan-Krankenhäusern, welche die Not der Menschen vor Ort lindern sollen, ist es unser Anliegen, die Projekte nachhaltig zu gestalten. Nur so können wir auch außerhalb der aktiven Einsätze eine bessere medizinische Versorgung der Bevölkerung erreichen. Neben entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen unterstützen wir lokale Projekte, welche eine bessere hygienische Versorgung oder auch eine vom Stromnetz unabhängige Energieversorgung der Krankenhäuser sicherstellen sollen.

Unser ehrenamtliches Team besteht aus Ärzten, medizinischem Pflegepersonal und engagierten Afrika-Freunden aus anderen Berufssparten. Pro Krankenhaus werden 2-3 Einsätze im Kalenderjahr durchgeführt. Die Teams sind jeweils 2 Wochen vor Ort, führen täglich Sprechstunden und Untersuchungen durch und operieren Patienten nach Dringlichkeit. Das Spektrum reicht von der kindlichen Harnröhrenmissbildung über Harnsteine, Prostatavergrößerung und Geburtsverletzungen mit Beteiligung des Harntrakts bis hin zu Tumoreingriffen.

Bereits zweimal konnte ich in Jirapa im District Upper West, nahe der Grenze zu Burkina Faso, tätig werden. Am dortigen Krankenhaus wurde als besonderes Projekt die (teilweise) Erneuerung der Krankenhauseinfriedung unterstützt, die das nächtliche Eindringen unerwünschter Personen auf das Krankenhausgelände mit Bedrohen und Bestehlen von Patienten und Personal sowie das unerlaubte Anzapfen des krankenhauseigenen Brunnens verhindern soll.

Wasser ist unabdingbare Voraussetzung für Hygiene, und daher in vielen südlichen Ländern das neue Gold. Nur wenn Schutz und Hygiene gewährleistet sind, können Krankenhäuser in Afrika nachhaltig arbeiten.

In diesem Jahr zwingt die rasante Entwicklung der weltweiten Corona-Pandemie „Die Ärzte für Afrika e.V.“ zu drastischen Einschnitten in das geplante Einsatzprogramm: Vier Einsätze mussten leider bereits abgesagt werden, die lokalen Projekte unserer Partner in Ghana werden aber unverändert finanziell unterstützt. Ausweichtermine für das zweite Halbjahr 2020 sind in Planung, darüber hinaus soll der Einsatzplan für 2021 aufgestockt werden.


Weiterführende Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf der Homepage:
https://www.die-aerzte-fuer-afrika.de

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