KIM e.V. - Empowerment für Kinder mit chronischen Erkrankungen und ihre Familien

Projekt Nr. 18

Eingereicht von Frau Hanna Kleine-Klatte, Kinderärzte Radewig, Dr. Klinkert & Kolleginnen

Projektleiterin

Die Mitglieder engagieren sich für Kinder mit chronischen Krankheiten und deren Familien (Schwerpunkt Diabetes). Ziel ist, Empowerment zu vermitteln sowie die Resilienz und Ressourcen der betroffenen Familie als Ganzes zu aktivieren.

Die Belastung für junge Menschen mit Typ 1 Diabetes ist hoch. Heldenhaft meistern viele ihren Alltag, der immer wieder unterbrochen wird von ständigen Glukosemessungen, der Überprüfung der technischen Hilfsmittel, Lebensmittel Berechnungen und entsprechende Überlegungen zur Insulinabgabe zu jeder Mahlzeit, Insulinanpassung bei Bewegung, Partys, Ausflügen oder Infekten, Korrektur-Maßnahmen bei niedrigen oder hohen Glukosewerten mit Insulinberechnung und -abgabe oder Ausgleich durch erhöhte oder reduzierte Aufnahme von Kohlenhydraten. Ein “Rucksack” mit lebensnotwendigen Hilfsmitteln wie z. B. Traubenzucker, Messgerät, Stechhilfe, Insulinpen oder Insulinpumpe muss stets mitgeführt werden. All das ist notwendig, um eine bedrohliche Entgleisung wie Unter- (schwere Hypoglykämie) oder Überzuckerung (diabetische Ketoacidose) und langfristige Schädigungen der Augen, Nieren, Herz und Nerven zu vermeiden.

Der Verein schafft Möglichkeiten des Austausches und bietet vielfältige kreative Projekte an. Hierdurch erfährt die ganze Familie Selbstwirksamkeit und erlernt zunehmende Akzeptanz für die Erkrankung. Diese Erfahrungen fördern eine erfolgreiche Diabetestherapie.

In der bisherigen Arbeit mit Jugendlichen hat sich gezeigt, dass sich Workshops und Projekte dann besonders nachhaltig auf das Erleben der Jugendlichen auswirken, wenn diese selbst als Experten agieren können. Der Verein hat eine Projektreihe entwickelt, in der Jugendliche unterschiedliche Angebote für jüngere Kinder mit Typ 1 Diabetes selbst planen und durchführen. Es hat sich gezeigt, dass die Jugendlichen ein Gefühl von Stolz entwickeln und ein Bewusstsein für das eigene Können und Handeln, indem sie die Kinder bei allen Spielen und Angeboten aber auch im Umgang mit Diabetes unterstützen können. Neben den Jugendlichen profitieren jedoch auch die Kinder von diesen Erlebnistagen. Sie betrachten die älteren Jugendlichen als Helden und Vorbilder, wenn sie erleben dürfen, wie selbstverständlich, gewissenhaft und offen sie mit ihrem Diabetes umgehen. Für viele Kinder sind diese Übernachtungen die einzigen außerhalb des eigenen Elternhauses. Diese Projekte können demnach auch Familien und Eltern entlasten und sie ermutigen, ihre Kinder Schritt für Schritt und vorerst unter Aufsicht von Diabetesberaterinnen in die Selbstständigkeit zu führen.

Die Covid 19 Pandemie in 2020 verhindert bisher, die bewährten Workshops in Jugendherbergen oder Gästehäusern, auf Segelbooten, in Sporthallen, Lehrküchen oder gemeinsam in der Gruppe in der Natur stattfinden zu lassen. Daher wird nun ein virtueller Gruppenraum geschaffen. Durch Videokonferenzen und gemeinsame zu erfüllende Aufgaben sollen die genannten Ziele des Vereins erreicht werden. Ein digitales Projekt verbessert zudem noch die Medienkompetenz, die für Menschen mit Diabetes zunehmend wichtig ist. So erlernen Kinder und Jugendliche, mit den sich weltweit rasch entwickelnden technischen Möglichkeiten auf dem Gesundheitssektor umzugehen. Kontinuierliche Glukosemessung, das Auslesen der Insulinpumpendaten und die Speicherung einer Vielzahl von Daten, die Informationsvermittlung durch Filme, Podcasts, Blogs, Foren und vieles mehr erfolgt bereits über das Netz. Jugendliche werden durch das neue Projekt intensiv zu einem sinnvollen Umgang damit angeleitet.

Die Kommunikation erfolgt über Videokonferenzen, Messenger, Pads und weiterer aus dem Bildungswesen bekannter digitaler Tools. Die älteren Jugendlichen haben die Aufgabe, Quizze und andere Angebote für die jüngeren Kinder mit Diabetes zu entwickeln. Unterstützt werden sie dabei von einer Pädagogin und Diabetesberaterinnen, von Ärzten, Medien-Fachkräften und Technikern.

Weitere Informationen befinden sich auf www.kim-herford.de

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