Krankenversicherung für vulnerable (verwundbar, verletzlich) Frauen und Kinder in Kumbo (Kamerun)

Projekt Nr. 12

Eingereicht von Herrn Dr. Gilbert Lawong

Mitkoordinator und Vermittler finanzieller Hilfen

Im Jahr 1935 gründeten die Tertiärschwestern aus Brixen-Südtirol das erste Krankenhaus in Shisong. Aus der damaligen Kranken- und Geburtenstation mit 8 Betten in einem einfachen Haus hat sich das Krankenhaus in ein für kamerunische Verhältnisse modernes Haus mit Referenzstandard mit ca. 300 Betten entwickelt. Zusätzlich besteht ein Cardiac Centre mit modernster Ausstattung.

Die TSSF haben als katholische Ordensgemeinschaft 4 Betätigungsfelder:

1. Gesundheitsversorgung

2. Bildung, vor allem von Mädchen und Frauen

3. Sozial-karitative Arbeit

4. Büroarbeit

Im Bereich der Gesundheitsversorgung werden von den TSSF 4 Krankenhäuser und 14 Gesundheitszentren betrieben.

Unter anderem wird ein Schwerpunkt auf Primary Health Care und Prävention gelegt. Dabei werden die Benachteiligten besonders ins Visier genommen. So laufen diverse Programme mit Waisenkindern, Witwen, alleinerziehenden Müttern und ihren Kindern.

Im Rahmen der Armutsbekämpfung haben die katholischen Bischöfe im anglophonen Teil Kameruns 2008 eine

Krankenversicherung gegründet. Die Bamenda Ecclesiastical Province Health Assistance- BEPHA hat bisher sehr viel Gutes in der Armutsbekämpfung, Patientenversorgung und Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in der Region geleistet. Wegen der seit 4 Jahren bestehenden soziopolitischen Krise im anglofonen Teil Kameruns, hat BEPHA viele Mitglieder verloren. In dem kriegsähnlichen Zustand sind mehr als 3.000 gestorben und mehr als 300 Gemeinden verbrannt worden und es sind mehr als 1 Million Binnenflüchtlinge und 50.000 Flüchtlinge in anderen Nachbarländer zu beklagen.

Seit Oktober 2016 konnten 90% der keine Schule besuchen. Hinzu kommt die aktuelle COVID-19-Pandemie. Der Teil der Bevölkerung, der es sich leisten kann, lebt aktuell - größtenteils Binnenflüchtlinge - in den frankofonen Regionen des Landes. Die Mittelösen, Alten und Kranken sind zurückgeblieben. Sie können durch die Situation ihre Felder nicht ordnungsgemäß bewirtschaften. Die wenige Ernte reicht in vielen Fällen für eine Selbstversorgung nicht aus. Ihre Einnahmen aus dem Erlös des Verkaufes ihrer landwirtschaftlichen Produkte sind eingebrochen. Trotz der prekären Lage sehen sich die TSSF verpflichtet, an der Seite der armen und mittellosen Bevölkerung zu bleiben. Die Zahl der Patienten ist 2019 um mehr als 90% zurückgegangen. Gesundheitseinrichtungen werden überfallen, Medikamenten- und Materialtransporte verhindert usw.

Die BEPHA als einzig funktionierende Krankenversicherung hat 80 % der Mitglieder verloren.

Mit dem aktuellen Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

  1. Krankenversicherung der vulnerablen Frauen, ihrer Kinder und der Waisenkinder in Shisong und Umgebung. Hiermit wird eine Basisgesundheitsversorgung gewährleistet. BEPHA hat als Partner mehr als 80 % aller staatlichen und nicht staatlichen Gesundheitseinrichtungen überregional.
  2. Anbindung der Begünstigten in der Vorsorgestation (Primary Health Care). Durch die monatliche Vorstellung können frühzeitig Mangelernährungszeichen und Krankheiten erkannt und behandelt werden.
  3. Versorgung mit Basisgütern im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie (z. B. mit Seife und Masken)

Mit 3.000 Euro können 300 Menschen für ein Jahr folgendermaßen versorgt werden:

• Entrichten der jährlichen Rate der Krankenversicherung.

• Monatliche Gesundheitsvorsorge der 300 Menschen

• Versorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln

• Gesundheitserziehung, Beratung und psychosoziale Begleitung.

Neben dem Effekt der Versorgung der Zielgruppe wird die örtliche Krankenversicherung (BEPHA) gestärkt und somit u. a. vor dem Untergang angesichts der anhaltenden Krise bewahrt.

Dieses humanitäre Projekt führt zum Erhalt oder zur Wiederherstellung der Gesundheit, gibt den Begünstigten die Möglichkeit, trotz der soziopolitischen Krise ihrer Feldarbeit nachzugehen, um für sich und ihre Kinder sorgen zu können.

Den Waisenkindern gibt sie eine Zukunftsperspektive und ein Gefühl der Wertschätzung und Fürsorge.

Schwerpunkte meiner Zusammenarbeit mit den Tertiärschwestern des heiligen Franziskus (TSSF),die seit Beginn meines Medizinstudiums  in Aachen 1995 besteht sind heute:

  1. Die fachliche Begleitung und Beratung der Einrichtungen in medizinisch-chirurgischen Fragestellungen
  2. Die Begleitung in der strategischen Ausrichtung der 14 Gesundheitsinstitutionen in Trägerschaft der TSSF in Kamerun
  3. Die Unterstützung von Projekten im medizinisch-humanitären Bereich. Hier werden Projekte konzipiert, gemeinsam geplant und umgesetzt. Das aktuelle Projekt wird von einer Ordensschwester vor Ort und mir geleitet. Ich übernehme u.a. die Vermittlung und Verhandlung mit der Krankenversicherung vor Ort, sowie die Begleitung der geplanten Projektphasen.

In einem der Health Centers der TSSF geboren worden und in meiner Kindheit und Jugend mehrfach dort Patient gewesen zu sein, sehe ich ein ehrenamtliches Engagement zur Weiterentwicklung der Einrichtungen vor Ort zum Wohl der kamerunischen Bevölkerung als meine Pflicht an.

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