Ein GOÄ-Tipp von Ihren Experten

Für Patientenbesuche

In der derzeitig gültigen GOÄ gibt es vier Ziffern für Besuche (Ziffer 48, 50, 51, 52).

Die GOÄ Ziffer 48 sollte nur dann angesetzt werden, wenn der komplette Leistungsinhalt auch tatsächlich zutrifft:

Besuch eines Patienten auf einer Pflegestation (z. B. Alten- oder Pflegeheim) – bei regelmäßiger Tätigkeit des Arztes auf der Pflegestation zu vorher vereinbarten Zeiten. Fehlt ein Element wie z. B. „nicht regelmäßige Tätigkeit“ oder „nicht auf der Pflegestation“, dann wird nicht die GOÄ Ziffer 48 abgerechnet, sondern dann kommt GOÄ Ziffer 50 zum Zuge: Besuch einschließlich Beratung und symptombezogener Untersuchung.

Neben der GOÄ Ziffer 50 sind die GOÄ Ziffern 1 (Beratung) und 5 (symptombezogene Untersuchung) nicht berechnungsfähig. Die Untersuchung nach den GOÄ Ziffern 6, 7 oder 8 können daneben abgerechnet werden. Wird die GOÄ Ziffer in Kombination mit einer Untersuchung außerhalb der Sprechstunde erbracht, darf der Zuschlag A zusätzlich erbracht werden.

Wird zur gleichen Zeit in der selben häuslichen Gemeinschaft ein weiterer Patient besucht und behandelt, kann nur die GOÄ Ziffer 51 abgerechnet werden. D. h. werden Patienten im Altenheim besucht, die in einer eigenen Wohnung leben, kommt nicht GOÄ Ziffer 51 sondern GOÄ Ziffer 50 zum Tragen. Hier handelt es sich nicht um eine häusliche Gemeinschaft, sondern um eine soziale Gemeinschaft.

Zusätzlich zu diesen Besuchen kann Wegegeld nach § 8 GOÄ berechnet werden. Das Wegegeld beträgt für einen Besuch innerhalb eines Radius um die Praxis oder der Wohnung des Arztes von
 

bis zu 2 Kilometern bei Tag  3,58 €
  bei Nacht  7,16 €
bis zu 5 Kilometern bei Tag  6,65 €
  bei Nacht 10,23 €
bis zu 10 Kilometern bei Tag 10,23 €
  bei Nacht 15,34 €
bis zu 25 Kilometern bei Tag 15,34 €
  bei Nacht 25,56 €

Bitte beachten: Bei einem Besuch von mehreren Patienten in einem Heim, Alten- oder Pflegeheim oder in einer häuslichen Gemeinschaft das Wegegeld unabhängig vom Versicherungsstatus (Kassen u. Privat) insgesamt nur einmal und nur anteilig berechnet werden darf.

Beispiel: Werden in einem Altenheim 5 Patienten besucht, bei denen 2 Patienten Privatpatienten sind, darf dem Privatpatienten jeweils nur 1/5 des Wegegeldes berechnet werden.

Besucht der Arzt/die Ärztin allerdings in einem Hochhaus 5 unterschiedliche Patienten in eigenen Wohnungen, wobei 2 Patienten in verschiedenen Wohnungen Privatpatienten sind, darf bei beiden Patienten der Besuch nach GOÄ Ziffer 50 und auch das volle Wegegeld abgerechnet werden (ggf. + der Zuschläge, + der erbrachten Leistungen, + Auslagen).

Die GOÄ Ziffer zu der kein Wegegeld berechnet werden darf, ist die GOÄ Ziffer 52 (Aufsuchen eines Patienten außerhalb der Praxisräumlichkeiten oder des Krankenhauses durch nichtärztliches Personal im Auftrag des niedergelassenen Arztes – z. B. zur Durchführung von kapillaren oder venösen Blutentnahmen, Wundbehandlungen, Verbandwechsel, Katheterwechsel).

Auch wenn hier kein Wegegeld berechnet werden darf und die Ziffer nur mit dem 1fachen Gebührensatz bewertet wird, vergessen Sie bitte nicht ggf. bei den Patienten durchgeführte Leistungen wie z. B. Blutentnahmen, Katheterwechsel, Verbandwechsel, etc. zu berechnen.

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